Das Projekt Albris: Die Freie Schule Albris baut


Zum aktuellen Albris-Bauprojekt ‹Unterstufengebäude›

Feierliche Eröffnung des neuen Unterstufenhauses und Herbstfest!

Samstag, 26. Oktober 2013, 11:00.
Herbstfest ab 12:00 Uhr

Artikel: Eröffnung des neuen Schulbaus

Ein Haus steht – kurz vor seiner Einweihung. Ein Haus von und für die Kinder und Jugendlichen unserer Schule. Ein Haus, das schon seit einiger Zeit einen gewissen Bekanntheitsgrad hat, es ist nicht nur von der Straße aus unübersehbar, sein Dach leuchtet vom Mariaberg bis zum Grünten.
Nun, die Freie Schule Albris baut nicht, wie man heute im Allgemeinen Schulen zu bauen pflegt.
Und die Freie Schule Albris ist auch nicht unumstritten, aber das war sie schon immer - seit ihrer Gründung 1974. "Sie möchte in der Auseinandersetzung mit der weltweiten Problematik einer im Kampf ums Dasein immer mehr zerfallenden Gesellschaft und einer durch rücksichtslose Ausbeutung zerstörten Natur, neue Wege suchen für unsere Kindheit und Jugend. Wege, die Rudolf Steiner in der Begründung der anthroposophischen Erziehungskunst aufgezeigt hat. Wege, die in ihrer Aktualität und Reichweite noch lange nicht wahrgenommen geschweige denn realisiert sind - auch bei uns nicht. Aber die Freie Schule Albris geht das Wagnis ein, sich dieser Aufgabe zu stellen."
(Schulgründer Sigurd Böhm, 1923-2013)
1999 wurde das Areal Albris in Buchenberg bei Kempten als Bauplatz erworben. Aber bald war klar:
Das wird kein gewöhnlicher Bauplatz. Dieses Stückchen Land darf nicht einfach zugepflastert und versiegelt werden. Hier müssen einmal Landschaft, Bau und Mensch ein Ganzes bilden. Der unbefangene Blick unserer Schüler ist hierfür unverzichtbar.
So traten wir im Schuljahr 2006/07 mit der ersten Planungsepoche der damaligen 9. Klasse in das Projekt des neuen Schulhauses ein: Auf Anregung Sigurd Böhms wurde es von Schülern mit ihren Lehrern gemeinsam entwickelt und schließlich mit Unterstützung vieler weiterer jüngerer und älterer Menschen, besonders dann auch entsprechender Fachleute - der Architekten, Ingenieure und Handwerker, den Vertretern von Behörden, Gemeinden und Banken - tatsächlich gebaut.
Wir danken allen, die sich - in welcher Art und Weise auch immer - an diesem Versuch beteiligt haben!
Und laden Sie ganz besonders zur Eröffnung ein.
"Schlüsselfertig" ist das Haus noch nicht - wird es hoffentlich auch nie werden. Es ist also keinesfalls zuviel versprochen, wenn wir Sie zu einem "Tag der offenen Tür (en)" einladen ...
Wir freuen uns Sie am 26. Oktober in Albris begrüßen zu dürfen.
Für das Kollegium
Hanspeter Metzger


«Die Landschaft wird Bau!»

Das neue Unterstufenhaus im Werden ...
Foto-Galerie zum Werden des Neubaus

 

Dieses Motto lag der Planung des neuen Klassengebäudes in der Schullandschaft Albris zugrunde. Das Projekt begann im Jahre 2006. Die damaligen Klassen 9 bis 12 widmeten sich der Frage, wie die Gestaltung der Landschaft von Albris durch die Gebäude eine Steigerung ihrer individuellen Qualität erlangen kann. «Die Landschaft ruft den Menschen auf, sie zum ‹Wer› werden zu lassen und dieses Wesen in die Erscheinung zu bringen. Wir können also nicht, wenn wir bauen, einfach nach unserem Gusto Dinge in die Landschaft setzen. Eine solche einseitige Prägung führt zu den Zivilisationswüsten, wie sie uns meist umgeben. Der Bau muss die Landschaft so prägen, dass er ihr Wesen offenbart. Das kann er aber nur, wenn er seine Gestalt aus der Landschaft empfängt. Der Mensch behebt durch diese Art des Bauens den Mangel, aus dem die ‹Notwendigkeit› hervorgeht. Entweder nämlich schläft die Landschaft den Schlaf der Wildnis oder sie leidet an der Not der Zivilisation, die nur nach dem Nutzen frägt. Eine höhere Qualität erreicht die Landschaft, wenn sie durch die Baukunst in ihrem Wesen erscheinen kann, als die ‹in sich beschlossene Schöpfung einer uns verwandten und von uns zu umfassenden geistigen Kraft›. (C. G. Carus) Diese Ganzheit kann man Kulturlandschaft nennen.» (Aus der Dokumentation der 12. Klasse 2006)

2007 erhielt dann die 9. und 10. Klasse den Auftrag, einen Entwurf für ein Unterstufengebäude zu entwickeln. Dazu musste einerseits die Albris-Landschaft nach künstlerischen Gesichtspunkten erforscht werden, um den geeigneten Standort zu finden. Die Gebäudeform sollte dann aus verschiedenen Blickwinkeln die Abfolge der Bodenformen harmonisch aufgreifen und zur Erscheinung bringen. In vielen Zeichen-Studien und Modellen wurde dies über das Jahr hin in die Tat umgesetzt. Andererseits hatten die Schüler in bezug auf die innere Form und Gestaltung der Klassenzimmer sich mit den Bedürfnissen zu befassen, die Kinder vom 6./7. bis zum 14. Jahr in dem ‹bewegten› Albris-Unterricht haben. In vielen Hospitationen wurden aus eigener Beobachtung des Unterrichtsgeschehens Bewegungsdiagramme erstellt und in Raumformen umgesetzt. Dabei kamen eine Reihe von Idealformen für die Klassenzimmer der jeweiligen Klassenstufe heraus. Ausgearbeitet wurden dann unter anderem Vorüberlegungen und Entwürfe zum Gesamtbebauungsplan, die Genehmigungsvoraussetzungen wurden thematisiert,  das Raumprogramm betrachtet, Modellskizzen angefertigt, Rechercheergebnisse an Bauprojekten anderer Freier Schulen in Betracht gezogen, Grundrissentwürfe versucht,  Gebäude- und Geländemodelle in verschiedenem Maßstab bis ins Detail erstellt.

Der mit den Lehrern gemeinsam erarbeitete Entwurf wurde schließlich 2009 vom Architekturbüro Christian Mühlrath *) übernommen, das auch schon die Schüler und Lehrer beraten hatte, ausgearbeitet und in das Genehmigungsverfahren eingebracht. Nach einem harten Ringen mit den immer umfangreicheren behördlichen Auflagen kam schließlich die Teilgenehmigung: im Mai 2012 wurde mit dem Bau begonnen. Inzwischen (Oktober 2013) wurde der Bau fertiggestellt. In einer Anzeige in der Allgäuer Zeitung werden die beteiligten Firmen, die alle in der Region ansässig sind, vorgestellt. Einen Bericht von der Eröffnungsfeier hat die AZ ebenfalls gedruckt. Einen Artikel zum Neubau mit Fotos, der demnächst in dem Magazin Wirtschaft & Diensteistungen erscheint, finden Sie hier.

*) Wir bedauern sehr, dass uns in der früheren Version dieser Seite der Fehler unterlaufen ist, das Architekturbüro Meyer als beauftragt zu nennen. Das Büro Meyer hatte sich an dem Bau der Mehrzweckgebäude beteiligt. Richtig ist vielmehr, dass allein das Büro für Architektur, Bau-Form-Entwicklung, Dipl. Ing. C. Mühlrath unter Mitwirkung von Diplomarchitekt Julian Fischer, der in der Freien Schule Albris angestellt ist, die nicht leichte und eben auch pädagogisch anspruchsvolle Aufgabe übernommen hat, das Projekt von Anfang an zu begleiten und abschließend die Schülerentwürfe und -überlegungen als Grundlage der professionellen Planung für alle Stufen der Baugenehmigung und Baudurchführung umzuarbeiten. Die Art und das Ergebnis dieser Zusammenarbeit hat uns tief befriedigt. Wir danken Herrn Mühlrath hier noch einmal sehr herzlich für seine verständnisvolle und geduldige Mitarbeit an diesem pädagogischen Projekt. (Adresse: Büro für Architektur, Bau-Form-Entwicklung, C. Mühlrath, Hinter den Zäunen 1 B, 61137 Schöneck)

Architekt Christian Mühlrath

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