Die Freie Schule Albris - Der gemeinsame Bildungsgang


Die Schüler der 9. Klasse erlernen die Grundlagen der Schmiedekunst Die Kinder bleiben von der ersten bis zur zwölften Jahrgangsstufe zusammen in ihrer Klasse. Die Erziehungskunst Rudolf Steiners hat berechtigte Veranlassung, mit dem inneren Lernwillen eines jeden Kindes zu rechnen. In dem Maße, wie es ihr gelingt, auf diesen Lernwillen phantasievoll einzugehen, kann sie auf äußere Mittel wie Notengebung und Versetzung verzichten. Gute Bildung stellt den ganzen Menschen in den Mittelpunkt. Der Blick auf das Individuum muss unser Ausgangspunkt sein. Der Lehrer kann und darf den Schülern Zeit lassen. So wird z.B. in der ersten Klasse über das ganze Schuljahr hin das Schreiben und Lesen aus dem Innern der Kinderseele heraus veranlagt. Im Laufe des zweiten und dritten Schuljahres entwickeln die Kinder daraus die Ansätze zum eigenen Schreiben und Lesen. Es ist von außerordentlicher Wichtigkeit, dass die Kinder in der ihrer leiblichen, seelischen und geistigen Entwicklung entsprechenden Art, wie dies in der Pädagogik Rudolf Steiners konsequent versucht wird, an die Bildungsinhalte heran geführt werden. Die Kinder sollen sich auch gerade dort, wo sie weniger oder gar nicht begabt erscheinen, einem solchen, stets von der Klassengemeinschaft getragenen Übungsprozess unterziehen. Und die Kinder wollen üben, wenn der Lehrer es versteht, Begeisterung zu erwecken.
Ein Blick in die Astronomie-Epoche der Oberstufe Dieser Übung dient der Aufbau des gesamten Unterrichts: In den drei- bis vierwöchig-epochal gegliederten Hauptunterricht, täglich von 8:15 bis 10:15 Uhr, wechseln die verschiedenen Epochen (Formenzeichnen, Deutsch, Mathematik, Geschichte, Naturwissenschaften, Heimatkunde, Geographie). Als Erzählstoff zum täglichen Beschluss des Hauptunterrichts werden die großen Zeugnisse der kulturellen Überlieferung der Menschheit themenbezogen entwickelt (Märchen, Legenden, Sagen, Altes und Neues Testament, Biografien, nordisch-germanische Mythologie u.a.m.). Die Praxis erweist, dass der Anschauungs-, Übungs- und Lernprozess viel wirksamer ist, wenn der Stundenplan nicht aus lauter verschiedenen unvermittelt aufeinander folgenden Einzelstunden besteht. Dem Epochenunterricht folgen am Vormittag der Sprachunterricht, Englisch und Französisch ab der 1. Klasse und zum Beschluss des Vormittags künstlerischer Unterricht wie Eurythmie oder Musik. Am Nachmittag schließen sich die künstlerischen und handwerklichen Bereiche wie Malen und Plastizieren, Textil- und Holzarbeit, Gartenbau und Leibesübung an. An die Stelle von Schulbüchern treten in der Freien Schule Albris von den Schülern selbst gestaltete und geführte Epochenhefte, die den Gang und die Essenz der jeweiligen Epoche dokumentieren. In der Oberstufe wird dann ein immer selbständigeres Lernen in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit dem gesamten Lehrerkollegium entwickelt. Praktika in Industrie, Land- und Forstbau sowie in sozialen Einrichtungen und solchen des Bildungswesens führen in die eigene Auseinandersetzung mit Gesellschaft, Naturwissenschaft und Technologie.

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