Gegendarstellung zu dem Schmähartikel gegen die Freie Schule Albris auf hpd.de


Freitag, 11. Mai 2012

 Gegendarstellung

 In der Onlineausgabe von hpd, humanistischer Pressedienst unter http://hpd.de/node/13311  ist am 02.05.2012, 8:01, Nr. 13311 ein Beitrag unter der Überschrift „Freie Schule Albris“ veröffentlicht, zu dem wir wie folgt Stellung nehmen:


Freie Schule Albris und Bund der Waldorfschulen
Pädagogik der Freien Schule Albris
Jugendakademie
Mitarbeiter der Freien Schule Albris
Finanzierung der Freien Schule Albris
Schulleitung
Gründer der Freien Schule Albris
Kündigung des „Insiders“
Im übrigen ...

Diese Gegendarstellung als pdf


In der ursprünglichen Fassung des Berichtes wurde behauptet, dass eine „Neuoffenbarungsgemeinschaft Universelles Leben (UL) als Sekte im Sinne  der Definition“ Träger der Freien Schule Albris sei. Diese Behauptung ist frei erfunden. Die entsprechenden Textstellen wurde von hpd bereits entfernt.

Im Beitrag selbst kommt ein sog. „Insider“ zu Wort. Bei diesem handelt es sich um einen jungen Erzieher weißrussischer Staatsbürgerschaft, der in einem befristeten Arbeitsverhältnis in der Freien Schule Albris u.a. Aufgaben der Ganztagesbetreuung übernehmen sollte. Zwei Monate nach Beginn des Arbeitsverhältnisses und noch während der Probezeit sah sich die Freie Schule Albris veranlasst, die Kündigung auszusprechen. Nunmehr versucht er durch u.a. falsche Behauptungen seinen ehemaligen Arbeitgeber zu diskreditieren.

Im Einzelnen sind die Behauptungen über das Verhältnis der Freien Schule Albris zum Bund der Waldorfschulen über die Pädagogik, die Mitarbeiter, die Finanzen, die Leitung, über den Gründer und über die Kündigung des „Insiders“ wie folgt richtig zu stellen:

Freie Schule Albris und Bund der Waldorfschulen

Die Freie Schule Albris wurde 1974 gegründet. Sie unterrichtet als staatlich genehmigte Ersatzschule nach der Pädagogik Rudolf Steiners. Sie wurde auf ihren Antrag hin in den Bund der Freien Waldorfschulen aufgenommen. Mit gerichtlichem Vergleich vom 14.07.1987, LG Stuttgart, Az 26 O 137/87, ist sie aus dem Bund der Waldorfschulen ausgetreten.

Pädagogik der Freien Schule Albris

Die Freie Schule Albris unterrichtet derzeit über 300 Kinder und Jugendliche in einem gemeinsamen Bildungsgang von der 1. Bis zur 12. Klasse. Anschließend haben die Schüler in der 13. Klasse die Möglichkeit, einen staatlichen Abschluss zu erwerben (Abitur, Mittlere Reife, Hauptschulabschluss).

Weder werden Kinder zu irgendeinem Zeitpunkt „aussortiert“, noch werden sie „mit schönen Dingen zugeschüttet.

Jede 12. Klasse erarbeitet sich ein Theaterstück, welches Teil des Abschlusses des 12-jährigen Bildungsganges in der Freien Schule Albris ist. Die Freie Schule Albris arbeitet nicht darauf hin, dass die Schüler am Ende ihrer Schulzeit keine staatlichen Abschlüsse erwerben. Sie möchte bei den Jugendlichen jedoch eine bewusste Entscheidung über die Frage anregen, ob und wenn ja welche staatliche Abschlüsse sie wann erwerben wollen. Die Verhinderung von staatlichen Abschlüssen wäre absurd, sind diese doch für die Berufsausbildung oft entscheidend (z.B. Abitur für einen Studienwunsch an einer staatlichen Hochschule) und für die Berufswahl teilweise unerlässlich.

Jugendakademie

Die Behauptungen des „Informanten“ zur Jugendakademie sind nicht weniger absurd. In der Jugendakademie wird selbstverständlich niemand „immer und immer wieder psychisch bearbeitet“. Niemand wird zu „einer Person“ gemacht. Niemand wird gehindert eine Beziehung aufzubauen oder Kinder zu haben, wie in dem Beitrag behauptet wird.

Die Akademie der Jugend des Kommenden Tags e.V. bietet den jungen Menschen nach der 12. Klasse oder auch später die Möglichkeit, sich vor oder auch nach einem staatlichen Abschluss über ihr Hineingehen in die Berufswelt und die Ausbildungslandschaft zu orientieren, z.B. durch Praktika, Seminare, Vorträge und Tagungen. Auch ein Freiwilliges Soziales Jahr oder ein Bundesfreiwilligendienst ist in der Freien Schule Albris möglich.

Mitarbeiter der Freien Schule Albris

Die Behauptungen in dem Beitrag zu den Mitarbeitern der Freien Schule Albris sind entstellend.

Die Mitarbeiter der Freien Schule Albris werden nicht ausgebeutet. Automatische Abzüge vom Gehalt oder Spenden, die er „von Grund auf aus seinem Gehalt“ vornehmen müsste, gibt es nicht. Die Mitarbeiter haben allerdings die Möglichkeit in Finanzgesprächen mit dem Vorstand ihre Vergütung nach ihrem individuellen Bedarf zu vereinbaren. Z.B. ist der Bedarf eines Verheirateten mit mehreren Kindern regelmäßig höher als der Bedarf eines alleinstehenden Mitarbeiters etc. Dadurch versucht die Freie Schule Albris dem Gleichheitsgebot gerecht zu werden, in dem nicht – wie sonst allgemein üblich – ungleiche Lebensverhältnisse (z.B. Singlehaushalt und Mehrpersonenhaushalt) in der Vergütung gleich behandelt werden, sondern allen Mitarbeitern ein ihrem Bedarf angemessene Vergütung ermöglicht werden soll. Wer von den Mitarbeitern an einer solchen bedarfsgerechten Vergütung teilnehmen möchte, der hat auch Verständnis dafür, dass die finanziellen Mittel der Freien Schule Albris selbstverständlich nicht unbegrenzt sind. Wer nicht daran teilnehmen möchte erhält eine vereinbarte Vergütung, die nicht unterhalb von 80 % einer staatlichen Alimentation für vergleichbare Lehrkräfte liegt.

Ein betriebliches Rentensystem für Mitarbeiter befindet sich derzeit noch in der Vorbereitungsphase. Einzelne ehemalige Lehrer und Mitarbeiter erhalten allerdings bereits jetzt eine betriebliche Rente aufgrund einzelvertraglicher Zusagen. Die Zahlungen zu diesen betrieblichen Renten werden – entgegen der kreditschädigenden und falschen Behauptungen im Beitrag – stets zum Fälligkeitszeitpunkt aubezahlt. Zahlungsausfälle liegen nicht vor.

Finanzierung der Freien Schule Albris

Die Finanzierung der Freien Schule Albris besteht aus mehreren Elementen. Ein Element sind die freien Zuwendungen von Mitgliedern, Freunden und Förderern des gemeinnützigen Trägervereins Freie Schule Albris e.V. Durch diese ist es möglich, die Schullandschaft in Albris nach und nach aufzubauen. Bis zum heutigen Tage sind keine staatlichen Zuschüsse in die Gestaltung des Geländes und die Errichtung der bestehenden Gebäude geflossen.

Die Behauptung im Artikel: „Der Etat 2011 weise ein Defizit von 18.000 Euro auf“ ist ohne die nachfolgende Erläuterung missverständlich.

Die Freie Schule Albris arbeitet mit zwei streng von einander gesonderten Etats, dem Betriebsetat und dem sog. Albrisetat. Im Betriebsetat werden Einnahmen und Ausgaben für den laufenden Schulbetrieb verwaltet, im Albrisetat werden die Einnahmen und Ausgaben für die Pflege und den Aufbau der Schullandschaft in Albris dargestellt.

Im November 2011 war das Planungsziel für den Albrisetat 2011, der sich zu ca. 6/7 aus Spenden zusammensetzt und keine staatlichen Zuschüsse o.ä. enthält, noch um 18.000 Euro nicht erreicht. Dies wurde nachrichtlich an die Mitarbeiter bekanntgegeben. Am Jahresende 2011 war allerdings das Planungsziel erreicht. Eine Etatunterdeckung bestand nicht.

Selbst wenn zum Jahresende eine Etatunterdeckung bestanden hätte, hätte dies nicht zur Konsequenz, dass eine Überschuldung, Zahlungsausfälle oder eine bilanzielle Unterdeckung der Freien Schule Albris vorgelegen hätte. Die Bilanzen der Freien Schule Albris weisen z.B. seit dem Grundstückskauf in Albris im Jahr 1999 in jedem Jahr ein positives Ergebnis aus.

Schulleitung

Auch die Behauptungen im Artikel zur Leitung der Schule sind nachfolgend richtig zu stellen.

Anders als die staatliche Schulorganisation, die nur einen Schulleiter (Art. 57 BayEUG) kennt, wird die Schulleitung der Freien Schule Albris nach innen durch ein Gremium (Schulleitungskonferenz) ausgeübt, das derzeit mit neun Mitglieder aus Kollegium, Verwaltung und Konferenzleitung besetzt ist. Die Schulleitungskonferenz als Organ der Freien Schule Albris ist eine ständige Einrichtung, die der Schulgemeinschaft selbstverständlich bekannt ist. Nicht – wie im Artikel behauptet – „fast alle“ Mitglieder der Schulleitungskonferenz, sondern zwei dieser neun haben denselben Wohnsitz, wie der Gründer der Freien Schule Albris, Herr Sigurd Böhm.

Um die Organisationsdifferenz zur staatlichen Schulorganisation auszugleichen, hat die Freie Schule Albris auch eine Einzelperson als Schulleiter benannt, der die Freie Schule Albris gegenüber staatlichen Behörden i.S.d. § 57 Abs. 3 BayEUG repräsentiert.

Gründer der Freien Schule Albris

Der Gründer der Freien Schule Albris, Herr Sigurd Böhm, scheint ein beliebtes Ziel beleidigender, unsachlicher und entstellender Angriffe zu sein. Diesen wird gesondert zu begegnen sein. Im Namen von Herrn Sigurd Böhm und unter Versicherung ordnungsgemäßer Vollmacht stellen wir die unrichtigen Behauptungen in dem Artikel wie folgt richtig:

Herr Sigurd Böhm hat die Idee der Freien Schule Albris entwickelt. Um sie wirksam zu machen, bedarf es einer Verständnisbemühung derjenigen, die die Freie Schule Albris mit aufbauen wollen. Die Behauptung, dass eine Idee von Herrn Sigurd Böhm über das Individuum, die Persönlichkeit gehe ist falsch. Wahr ist, dass die Idee überhaupt nur durch eine menschliche Individualität, durch seine Persönlichkeit erfasst und zum Ausdruck kommen kann. Die Idee kann daher gar nicht über das Individuum oder die Persönlichkeit gehen. Solches wird auch nicht von Herrn Sigurd Böhm angestrebt oder vertreten.

Die Freie Schule Albris und Herr Sigurd Böhm stellen sich entschieden gegen jede Art einer „braunen Masse“ – welche der Artikel in einen Zusammenhang mit einer Wirkungsweise von Sigurd Böhm stellen möchte. Ein „Führerkult“ oder Ähnliches wird weder praktiziert noch gefordert.

Entgegen der Behauptungen im Artikel wird keinem Schüler ein Kontakt mit ehemaligen Schülern, Lehrern oder Mitarbeitern während ihrer Freizeit untersagt. Auch rät Herr Sigurd Böhm keinem Schüler oder Mitarbeiter von einer Hilfestellung „von außen“ prinzipiell ab. Jedem Schüler oder Mitarbeiter steht es selbstverständlich frei, sich in allen persönlichen Lebenslagen mit der Bitte um Hilfe an denjenigen oder diejenigen zu wenden, welchen er sein Vertrauen schenken möchte. Entgegenstehendes wird weder von der Freien Schule Albris, noch von Herrn Sigurd Böhm vertreten. Dass der Kontakt von Schülern zu gekündigten Mitarbeitern nicht direkt gefördert wird, versteht sich wohl von selbst.

Kündigung des „Insiders“

Falsch ist auch, dass dem „Insider“ in seiner Kündigung „natürlich etwas umschrieben aber doch unüberhörbar sektiererisch und klar“ nahe gelegt worden sei, dass er besser einer über das Individuum gehenden Idee von Herrn Sigurd Böhm hätte folgen sollen.

Wahr ist, dass die Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch den Träger der Freien Schule Albris folgenden Wortlaut hatte:

Sehr geehrter Herr K., hiermit kündigen wir das mit ihnen bestehende Arbeitsverhältnis gemäß befristetem Arbeitsvertrag vom 07.09.2011 ordnungsgemäß und fristgerecht zum 31.12.2011. Bitte melden Sie sich in eigenem Interesse umgehend bei der Arbeitsagentur arbeitsuchend. Ein Zeugnis Ihrer Tätigkeit hier erhalten Sie auf Wunsch gerne zugesandt. Sollten Sie noch persönliche Gegenstände in unseren Räumlichkeiten haben, so dürfen wir Sie bitten, diese alsbald abzuholen. Die Schlüssel zu den Räumlichkeiten im Horthaus erhalten Sie zu diesem Zwecke im Schulbüro. Mit freundlichen Grüßen (Unterschriften)“

Im Übrigen meinen wir, dass gegenüber der Anonymität falscher Tatsachenbehauptungen und Diffamierungen nur ein Motto auf Dauer Bestand haben kann:

S e h e n l a s s e n   g i l t !

Allen, die nicht bösgesinnt sind, stehen wir für ein Gespräch und auch z.B. für Führungen und Besichtigungen in der Schullandschaft Albris gerne zur Verfügung.

In diesem Sinne

(Unterschriften)

Roland Birk               Götz Bauer               Julian Blankertz        Hans-Peter Metzger

Vorstand                   Vorstand                   Vorstand                   Vorstand

Diese Gegendarstellung als pdf


Drucken Drucken