Ein Artikel in der Allgäuer Zeitung vom 28.7.2012 über die Freie Schule Albris


( Hier als pdf)

Titel des AZ-Artikels

(Kommentare zu dieser Präsentation behalten wir uns vor. red.)

Die Freie Schule Albris wird dem Leser visuell mit folgendem Foto vorgestellt:

Die Freie Schule Albris in der AZ (!)

Wer will, kann Albris auch noch anders sehen. Fotogalerie

Der Redakteur leitet das von ihm aus unserer Stellungnahme zusammengestellte (und autorsierte) «Interview» so ein:

Kempten/Buchenberg Über 300 Kin- der und Jugendliche besuchen zurzeit die Freie Schule Albris – eine Einrichtung, die sich immer wieder Vorwürfen ausgesetzt sieht. Die angeblich totalitäre Schulführung oder zu hohes Schulgeld sind beispielsweise Themen, teils anonym im Internet, teils in persönlichen Schreiben. Die Vorstände Julian Blankertz und Roland Birk nehmen Stellung.

Dann folgt unser Text:


Die Fragen beantworteten dieVorstände Julian Blankertz und Roland Birk.
Welche Rolle spielt Schulgründer Sigurd Böhm im aktuellen Schulalltag?

Sigurd Böhm spielt für die FSA zweifellos eine zentrale Rolle. Er hat die Idee entwickelt.  Die Schule soll der entschiedene Versuch sein, die Ideen des Begründers der Anthroposophie  und  der  Waldorfpädagogik ernst zu nehmen. Seit der Gründung  1974 hat  er viele Mitarbeiter für das Projekt gewonnen. Selbstverständlich gibt es auch Gegner. Sigurd  Böhm ist Gründer  und Leiter des „Studienkreises der Anthroposophie und Sozialen Baukunst Rudolf Steiners“ und leitet seit Jahrzehnten  die Arbeit  des Kollegiums an Leitlinien der Schule.
Wie hoch ist das Schulgeld, das Eltern insgesamt monatlich zahlen müssen und wie setzt  es sich zusammen?
Der  Staat ersetzt  nur  rund  70 Prozent der Personal- und Sachkosten einer Freien  Schule. Um ein Schulgeld von Eltern kommen auch wir daher   nicht   herum.   Grundlegend für  die  Finanzierung  der  FSA  ist aber  das Solidaritätsprinzip. Die FSA vereinbart mit den Elternhäusern einen Schulbeitrag, der zwischen derzeit 50 und etwa 300 Euro monatlich beträgt.  Das Schulgeld wird  individuell  festgelegt  und nimmt auf finanzielle Möglichkeiten Rücksicht. Die Aufnahme eines Schülers hängt  nicht  von finanziellen  Verhältnissen  ab.  Zum  Schulgeld hinzu kommt ein monatlicher Beitrag  für  Schulmaterial  in  Höhe von derzeit zwölf Euro. Darüber  hinaus erhebt die FSA seit zwei Jahren eine Bau-Umlage für Albris von 500 Euro pro Jahr und Elternhaus.
Wie sieht der Zeitplan aus zum Aufbau der Schullandschaft in Albris?
Dies ist ein auf Jahrzehnte  angelegtes Projekt. Es begann mit dem Kauf des Grundstücks aus Spendengeldern im Jahr 1999. Die Schule wollte von Anfang an nicht bloß am Reißbrett  geplante  Schulbauten  auf das rund 16 Hektar große Grundstück setzen. Derzeit entsteht in Albris ein großes Klassenhaus,  das im Herbst 2013 fertiggestellt wird. Die Konzeption der Gebäudeform und der Räume geht vor allem auf ein Projekt der zehnten Klasse im Jahr 2009 zurück.  Der  Zeitpunkt zur  Fertigstellung aller Gebäude ist nach derzeitiger Prognose im Jahr 2020.
Wie argumentieren Sie zur Vergütung Ihrer Lehrkräfte, die unterhalb der staatlichen Tarife liegt?
Grundsätzlich  wird die Höhe der Lehrer-Vergütung an Freien  Schulen vom Staat geprüft. Die vorgeschriebene   Mindestvergütung  hält die Freie Schule Albris stets ein. Entweder erhält bei uns der Mitarbeiter  eine  individuell  verhandelte Vergütung, die sich an der staatlicher Lehrkräfte orientiert, oder er wünscht  eine  Vergütung  nach  seinen Bedürfnissen. Im letzteren Fall (Alimentation genannt) erhält der Mitarbeiter soviel, wie er nach seinen Bedürfnissen braucht. Zum Beispiel benötigt  ein Single oft weniger  als der  Alleinverdiener einer mehrköpfigen Familie.
Haben alle Lehrkräfte eine Ausbildung, die der eines abgeschlossenen Lehramtsstudiums entspricht?
Jeder Lehrer, der eigenverantwortlichen Unterricht erteilt,  ist selbstverständlich staatlich genehmigt. Darüber hinaus absolvieren derzeit zwei Kollegen in unserem Haus eine Ausbildung gemäß den Anforderungen   des    Unterrichtskonzepts der FSA mit dem Themenschwerpunkt Schauspielkunst und Theaterpädagogik.
Wie beurteilen Sie die im Internet kursierenden Vorwürfe?
Das erfordert eine differenzierte Betrachtung. Aus unserer  Erfahrung ergibt sich, dass einerseits manche der Kritiker  sich schlicht unzutreffenden Vorstellungen  über die FSA hingegeben hatten – beispielsweise,   dass  alle  Schüler   am Ende der Schulzeit Abitur machen. Auch  manche   Schüler  sind  unter den Enttäuschten.
Auf einem andern Blatt stehen sicher die Gewaltvorwürfe gegen Lehrer der damaligen Freien Waldorfschule Kempten vor einigen Jahren. Tatsächlich kam es zu drei rechtskräftigen Urteilen gegen Lehrer. Eines dieser Urteile war tatsächlich gravierend. Der  ehemalige Lehrer wurde wegen vorsätzlicher Körperverletzung verurteilt.
Bei aller teils auch berechtigten Kritik  muss jedoch ins Auge gefasst werden, dass es unter den anonymen Internet-Kritikern auch solche gibt, die aus übersteigertem Geltungsdrang versuchen, ihre Lieblingsideen der Schulgemeinschaft aufzuzwingen. Dazu gehört zum Beispiel ein zeitweiliger Mitarbeiter auf Probe, der versucht,  die FSA als Sekte zu diskreditieren. Er will angeblich Transparenz und bleibt doch selbst anonym.
Die Freie Schule Albris geht ihren eigenen Weg. Es liegt heute in der Natur  der  von  ihr  vertretenen  Sache, nämlich der Freiheit des Unterrichts- und Erziehungswesens, dass sie nicht jedem gefällt.
www.freie-schule-albris.de

Im weiteren folgt eine Stellungnahme des Ministerialbeauftragten für die Gymnasien in Schwaben, Hubert Lepperdinger

Schulaufsicht beim Ministerium

Kempten Bei der Freien Schule Albris ist dem Ministerialbeauftragten für die Gymnasien in Schwaben, Hubert Lepperdinger, die unmittelbare Schulaufsicht übertragen. „Zu dieser gehören Besuche vor Ort
(auch des Unterrichts), über die dem Ministerium berichtet wird und die Verbescheidung von Beschwerden
gegen sachliche Entscheidungen der Schule“, erläutert Lepperdinger. Abschlussprüfungen (Abitur, Mittlere Reife und Quali) müssen an staatlichen Schulen abgelegt werden.
Und was ist bei jüngsten Besuchen herausgekommen? Generell ergäben sich aus der Privatschulfreiheit
(GG Art. 7, Bayer. Verfassung Art. 134, BayEUG Art. 90 ff) enge Grenzen für die Schulaufsicht: „Die
Ergebnisse schulaufsichtlicher Maßnahmen werden aus Gründen der beamtenrechtlichen Verschwiegenheitspflicht nicht öffentlich gemacht.“
(se)

Im Kasten links unten dann die Stelllungnahme der Jugendakademie

Die Akademie der Jugend des Kommenden Tags

„Die Akademie der Jugend des Kommenden Tags“ ist ein Verein, der als freie Bildungseinrichtung jungen Menschen nach der Schulzeit eine Orientierung beim Eintritt ins Leben der Erwachsenen bieten will. Sie folgt der Anthroposophie Rudolf Steiners und gestaltet Orientierungsjahre mit Seminar- und Praktika-Angeboten sowie der Möglichkeit der freien Ausbildung zum Unterrichtsassistenten in Zusammenarbeit
mit der Freien Schule Albris (FSA). Ihren Namen hat die Jugendakademie von den Gründungsmitgliedern
des Vereins. Der „Kommende Tag“ ist ein von Rudolf Steiner geprägter Ausdruck. Anfang der
Zwanziger stand diese Formulierung etwa für den Versuch eines Neuanfangs durch die von Steiner mitbegründete Initiative „Der Kommende Tag – Aktiengesellschaft zur Förderung wirtschaftlicher
und geistiger Werte“.
Quelle: Freie Schule Albris


Pressemappe mit allen Dateien
Email der Allgäuer Zeitung
Unsere Nachfrage
Antwort der Freien Schule Albris auf die Fragen der AZ
Antwort der Jugendakademie
Die Freie Schule Albris und die Presse
Zur Berichterstattung der AZ
Das Schreiben der AZ und unsere Antworten in einer PDF-Datei
Mailwechsel zur Nachbesserung des Artikelentwurf in der AZ
Der Artikel in der AZ (Faksimile) vom 28.7.2012 - hier als pdf


Drucken Drucken