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1. DIE FREIE SCHULE ALBRIS

Die Freie Schule Albris wurde durch Sigurd Böhm 1974 aus dem STUDIENKREIS der Anthroposophie und sozialen Baukunst Rudolf Steiners gegründet. Zahlreiche Angehörige des STUDIENKREISES (die sog. Paten) stellten und stellen sich ideell und finanziell in den Dienst dieser Gründung. So entstanden seit 1976 mehrere Kindergärten (die sog. Freien Spielstuben) und 1981 die Freie Waldorfschule Kempten. Heute heißt sie „Die Freie Schule Albris" und ist eine vollausgebaute einheitliche Grund- und Höhere Schule (Klassenstufen 1 - 12 und Abschlussjahr) mit offener Ganztagesbetreuung und seit 2004 mit einer eigenen heilpädagogischen Initiative.

Rechtsträger der Freien Schule Albris ist der Verein „Die Freie Schule Albris e.V.".

2. Die Aufgabe der Freien Schule Albris

Die Freie Schule Albris ist der Gründungsintention der ersten Freien Waldorfschule in Stuttgart verpflichtet. Diese wurde 1919 unter der geistigen Leitung Rudolf Steiners ins Leben gerufen.

Die Freie Schule Albris versteht sich als Initiative eines Freien Schulwesens, das sich ausschließlich in den Dienst dessen stellt, was Kindheit und Jugend für ihre Entwicklung von sich heraus fordern. Alle erzieherischen Absichten, die von der Voraussetzung ausgehen, den werdenden Menschen im Sinne der gegenwärtigen Gesellschaft und ihrer Bedürfnisse erziehen zu wollen oder zu müssen, übertragen ein nicht vollwertiges Menschenbild auf die Kinder und Jugendlichen. Dazu Rudolf Steiner:

„Alle Bestrebungen welcher Art auch immer, die Kindheit und Jugend im Sinne ihrer äußeren Zwecke „erziehen" zu wollen, muss die Waldorfpädagogik als nicht ihrer Grundorientierung gemäß abweisen."

„Ein Neuaufbau unseres gesellschaftlichen Lebens muss daher die Kraft gewinnen, das selbständige Unterrichtswesen einzurichten. Wenn nicht mehr Menschen über Menschen in der alten Art „regieren" sollen, so muss die Möglichkeit geschaffen werden, dass der freie Geist in jeder Menschenseele so kraftvoll, als es in den menschlichen Individualitäten jeweils möglich ist, zum Lenker des Lebens wird. Dieser Geist lässt sich nicht unterdrücken.

Einrichtungen, die aus den bloßen Gesichtspunkten einer wirtschaftlichen Ordnung das Schulwesen regeln wollen, wären der Versuch einer solchen Unterdrückung. Sie würde dazu führen, dass der freie Geist aus seinen Naturgrundlagen heraus fortdauernd revoltieren würde. Die kontinuierliche Erschütterung des Gesellschaftslebens wäre die notwendige Folge einer Ordnung, die aus der Leitung der Produktionsprozesse zugleich das Schulwesen organisieren wollte."

(Rudolf Steiner in dem Aufsatz „Freie Schule und Dreigliederung" 1919)

3. Das Kollegium

Das Kollegium der Erzieher und Lehrer hat den Anspruch, im Sinne der von Rudolf Steiner (1861 – 1925) entwickelten Erziehungskunst zu arbeiten. Mit dem Ausdruck „Erziehungskunst Rudolf Steiners" wird auf eine völlig neuartige Möglichkeit für den Lehrer und den Erzieher aufmerksam gemacht, in ein unmittelbares Verhältnis zum werdenden Menschen zu treten, das nicht auf die Anwendung eines zuvor erworbenen Wissens auf ein „Objekt" (Kind) angewiesen ist. Aber es handelt sich bei der Erziehungskunst keineswegs um ein bloß gefühlsmäßiges Eingehen auf das kindliche Wesen.

Die Erziehungskunst Rudolf Steiners tritt als Fähigkeit auf, indem der Lehrer und Erzieher in der Begegnung mit den Kindern den anthroposophischen Schulungsweg beschreitet. Auf diesem Weg lernt der Pädagoge sich zum unmittelbaren Beobachter der leiblichen, seelischen und geistigen Wesenheit des heranwachsenden Menschen auszubilden. Solche Beobachtung führt ihn zu der Erkenntnis, wie in jedem Kinde eine einzigartige menschliche Wesenheit ihm gegenübertritt, die in allen Belangen ihres Lebens nur mit sich selbst erklärbar und bestimmbar ist.

In diesem Sinne bemüht sich das Kollegium um die Zusammenarbeit mit den Eltern und Paten.

4. Der Unterricht in der Freien Schule Albris

Die Erziehungskunst Rudolf Steiners hat berechtigte Veranlassung, mit dem inneren Lernwillen eines jeden Kindes zu rechnen. In dem Maße, wie es dem Lehrer gelingt, auf diesen Lernwillen phantasievoll einzugehen, kann auf äußere Mittel wie Notengebung und Versetzungszwang verzichtet werden. Der Lehrer kann und darf sich Zeit lassen, um z.B. in der ersten Klasse über das ganze Schuljahr hin das Schreiben und Lesen aus dem Innern der Kinderseele heraus zu veranlagen: Aus Sprüchen, die in poetisch schöner Art den Laut zum Bilde charakterisieren, aus welchem heraus der Laut dann zeichenhaft-symbolischen Charakter annimmt, bis schließlich aus dieser Gestalt der Buchstabe hervorgeht, den das Kind dann aus dem Durchleben dieses Vorgangs als ein selbst gefundenes Symbolum zeichnen kann.

Im Laufe des zweiten und dritten Schuljahres entwickeln die Kinder daraus ganz von sich aus die Ansätze zum eigenen Schreiben und Lesen, ohne mechanische Einwirkung von außen. Dies erst gibt dem Lehrer die Möglichkeit, nunmehr übend mit den Kindern in die Ausbildung der konventionellen Schreib- und Lesefähigkeit einzutreten. Es ist von außerordentlicher Wichtigkeit, dass die Kinder in der ihrer leiblichen, seelischen und geistigen Entwicklung entsprechenden Art, wie dies in der Erziehungskunst Rudolf Steiners konsequent versucht wird, an die technischen Hilfsmittel unserer Zivilisation herangeführt werden.

In der Freien Schule Albris wird in der vielfältigsten Weise geübt, sei es im Malen und Zeichnen, sei es im Singen und Musizieren, Einzel- und Chorsprechen, sei es im Rechnen, sei es im genauen Beobachten und denkerischen Durchdringen und Erarbeiten der Erscheinungen in Natur und Menschenwelt. Die Kinder sollen sich auch gerade dort, wo sie weniger oder gar nicht begabt erscheinen, einem solchen stets von der Klassengemeinschaft getragenen Übungsprozess unterziehen. Und die Kinder wollen dieses Üben, wenn der Lehrer es versteht, für ein solches Üben in ihnen Begeisterung zu erwecken.

Dem dient der Aufbau des gesamten Unterrichts: Im drei- bis vierwöchig gegliederten Epochenunterricht gibt der Klassenlehrer, der die Klasse in den ersten acht Schuljahren verantwortlich führt, den sogenannten Hauptunterricht (Deutsch, Mathematik, Formenzeichnen, Geschichte, Naturwissenschaften, Heimatkunde). Als Erzählstoff zum täglichen Beschluss des Hauptunterricht werden die großen Zeugnisse der kulturellen Überlieferung der Menschheit altersgemäß entwickelt (Märchen, Legenden, Sagen, Altes und Neues Testament u.a.m.). Die Unterrichtspraxis erweist, dass der Anschauungs-, Übungs- und Lernprozess viel wirksamer wird, wenn der Stundenplan nicht aus lauter unvermittelt aufeinander folgenden Einzelstunden besteht.

Auf den mehr betrachtenden Epochenunterricht folgen die Fächer mit verstärktem Übungscharakter. Zu diesen Fächern gehören u.a.: Fremdsprachen (Englisch und Französisch ab der 1. Klasse), Textil- und Holzarbeit, Gartenbau, Leibesübungen, Musik, Malen und Plastizieren.

Eine zentrale Stellung in diesen Unterrichtsfächern hat die Eurythmie. Diese von Rudolf Steiner entwickelte Bewegungskunst vermag im Zusammenhang mit dem übrigen Unterricht in künstlerisch-übender Weise die Brücke zu schlagen über den Abgrund, der heute zwischen Wissen und Handeln aufgerissen ist. In Verbindung mit Sprachgestaltung und Musik kann die Eurythmie u.a. die Fähigkeit ausbilden, die von der Erziehungskunst Rudolf Steiners angestrebte Einheit von Wissenschaft und Kunst auch dort darleben zu lernen, wo die heutigen Lebensumstände schädigend auf den Lebensorganismus des Einzelnen einwirken und ihn in seiner Lebensäußerung schwächen.

An die Stelle von Schulbüchern treten in der Freien Schule Albris sogenannte Epochenhefte, welche der Schüler selber zu führen und auszugestalten lernt, indem er in Inhalt, Schrift und Bild seinen Maßstab für Exaktheit und Schönheit ausbildet.

Auf dieser Grundlage wird dann in der Oberstufe ein immer selbständigeres Lernen der Schüler in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit dem gesamten Lehrerkollegium entwickelt. Praktika im Handwerks- und Dienstleitungsbereich, in Industrie, Land- und Forstbau, im fremdsprachigen Ausland sowie in sozialen und Bildungseinrichtungen bereiten den jungen Menschen auch auf die ihn in der Gesellschaft erwartenden Lebensaufgaben vor. Im Mittelpunkt stehen eine umfassende Lebenskunde und Technologie.

Nach der 12. Klasse kann jeder Schüler den seinen Möglichkeiten entsprechenden Schulabschluss in einer externen Prüfung erwerben (Mittelschulabschluss, Mittlere Reife oder Abitur).

5. Das Schulspiel in der Freien Schule Albris – ein Pädagogikum!

In der Freien Schule Albris soll das Schulspiel, eine Erfindung des Schulgründers Sigurd Böhm, die zentrale pädagogische Stellung einnehmen. Das, woran in der Erziehungskunst Rudolf Steiners ab der ersten Klasse in den Epochen geübt wird – die drei Fähigkeiten, die den Menschen ausmachen: aufrechter Gang, Sprache und Denken – erfährt im Schulspiel eine Steigerung zum Gesamtkunstwerk. Dazu Friedrich Schiller:

„ ... Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt."

Im Gegensatz zu den „Klassenspielen" anderer Schulen mag im „Schulspiel" zwar eine Klasse im Mittelpunkt stehen (z.B. regelmäßig die 8. und 12. Klasse), aber auch Schüler aus anderen Klassen der Schule beteiligen sich mit Ernst und großem Engagement zusätzlich zu ihren sonstigen Aufgaben.

Für die Selbstverwirklichung des Einzelnen ist da kein Platz, er muss vielmehr seinen gewohnten Habitus, seine Sympathien und Abneigungen völlig zurückstellen, um dann willentlich ein „neues Wesen" auf der Bühne zum Leben zu erwecken.

Da sich der Akteur nicht in einem vorgegebenen Bühnenraum bewegt (es gibt weder bemalte Kulissen noch eine „realistische Ausstattung"), muss er den Schauplatz seines Auftretens erst selbst durch Wort und Gebärde schaffen.

Die gedankliche Auseinandersetzung mit dem Spiel bezieht sich auf das inhaltliche Thema und die dramatische Form und muss für die verschiedenen Altersstufen ganz unterschiedlich gestaltet werden. Daraus können Dokumentationen oder Programmhefte entstehen, die dem Besucher Einblick in die Charaktere und die Problematik des Stücks geben.

6. Zum „Projekt Albris"

Ein unerschöpfliches Betätigungs- und Forschungsfeld bietet die landschafts-gestalterische und architektonische Ausformung des großen Areals Albris. Es besteht die Möglichkeit, die Themen des Unterrichts konkret und anwendungsorientiert durchzuführen, z.B. wissenschaftliche Themen wie

- Wasser- und Abwasserfragen (Wasserqualitätsanalysen), ökologische, botanische, geologische Studien, Vermessungstechnik, Wetterbeobachtung, Energie-versorgung usw.

- Es bietet handwerkliche und gärtnerische Betätigungsfelder im Bereich der Schreinerei, Zimmerei, Steinbearbeitung, Schmieden, Tonarbeiten usw. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Schüler hierbei projektbezogen für konkrete Ziele arbeiten, also ihre Werkstücke unmittelbare Verwendung finden in den Bauten und Gartenanlagen von Albris.

- Es bietet viele künstlerische Aufgaben, wie z.B. die Entwurfsplanungen der Gebäude oder Parkanlagen, von Skulpturenschmuck oder die Gestaltung unzähliger kunsthandwerklicher Details.

Die technische und insbesondere gärtnerische Gestaltung und Pflege einzelner Glieder des Areals für kleinere Gruppen ist das ganze Jahr hindurch wichtiger Bestandteil des Lebens in Albris.

Dieser Bereich der Pflege und Betreuung wird mit zunehmender Ausgestaltung des Areals immer mehr Bedarf entwickeln. Arbeitsgemeinschaften, die sich zunächst mit dem Aufbau des Areals befasst haben, werden dann in diesem Betätigungsfeld immer mehr Aufgaben finden.

Wie im „Projekt Schulspiel" liegt es auch im „Projekt Albris" in der Natur der Sache, dass das Werk nur durch das vielfältige Zusammenwirken aller Beteiligten gelingen kann.

Albris ist nicht ein Fleckerl Erde für pädagogische Spielereien, kein Bauplatz, keine angenehme Jobgelegenheit in den Ferien, keine Biotopanlage, kein Freizeitparadies für Kinder oder ähnliches mehr!

Nein, das alles ist Albris nicht, sondern ein Übungsfeld ganz neuer Art: Wie lernen wir arbeiten, indem wir Künstler werden?

Kunst ist kein musischer Zeitvertreib. Kunst ist die Art und Weise, wie der Mensch tätig ist, indem er die Welt nicht ausbeutet, nicht nach Zweck und Nutzen arbeitet, sondern die „Würde der Dinge" (Goethe) nicht nur achten lernt, sondern sie in ihr Recht einsetzt. Und dieses Recht verleiht dem Menschen sein wahres Wesen, das Handeln in Freiheit.

Der Spieltrieb der Kinder im Sinne Friedrich Schillers findet sein Ziel, indem der Menschengeist die Materie sich zum Bilde gestalten lernt.

„Dasjenige, was die Menschheit braucht, ist ein tätiger Eingriff vom Geiste aus in die materielle Welt, ein Bezwingen der materiellen Welt vom Geiste aus."

(N.B. Hier spricht Rudolf Steiner das Wesen der Kunst aus, wie es erstmals Goethe und Schiller vertreten haben!)

„Ehe man das nicht durchschaut und sich dann weiter von diesem Durchschauen in seinem Wollen führen lässt, eher kann aus der Not, die jetzt über die Menschheit gekommen ist, nicht hinausgelangt werden."

Rudolf Steiner im März 1920

So wird Albris zur „Pädagogischen Provinz (Goethe) für die Erlernung, für die Einübung neuer Formen menschlichen Handelns, wird zum Ursprungsort allen Unterrichtens im Sinne der Erziehungskunst Rudolf Steiners.

Und dieser Unterricht kann werden für alle, nicht nur für die Kinder und Jugendlichen, auch für die Lehrer, für sie erst recht, und für die Eltern und Paten der Freien Schule Albris, für jeden, wer es auch sein mag, der „Gastrecht" erwirbt in Albris:

Und umzuschaffen das Geschaffne,
Damit sich‘s nicht zum Starren waffne,
Wirkt ewiges, lebend‘ges Tun.
Und was nicht war, nun will es werden
Zu reinen Sonnen, farbigen Erden;
In keinem Falle darf es ruhn!

Goethe

7. Zur offenen Ganztagesbetreuung

Der Wandel in den Lebensstrukturen der Familien und der Gesellschaft fordert eine Ausweitung des pädagogischen Angebotes, um die Kinder und Jugendlichen über die reguläre Unterrichtszeit hinaus zu fördern und zu betreuen. Seit langem hat die Schule einen Hort für Schüler der Unter- und Mittelstufe aufgebaut. Inzwischen wird eine offene Ganztagesbetreuung für die Klassen 1- 4 und 5 – 10 angeboten. Dabei soll der wissenschaftliche, künstlerische und handwerkliche Unterricht die Aktivitäten des Nachmittags und ggf. des Abends impulsieren - und umgekehrt soll das, was da in fakultativen Arbeitsgruppen erarbeitet und vertieft werden kann, wiederum den Unterricht befruchten.

Ein beziehungsloses Nebeneinander von Freizeit und Förderangeboten neben dem Unterricht soll dadurch vermieden werden. Die Nachmittagsbetreuung und der Unterricht sind gleichermaßen Thema der pädagogischen Konferenzen und werden zum Teil in Personalunion zu erteilen sein.

Neben Aktivitäten im Bereich Spiel und Sport sind vier Grundpfeiler der Ganztagesbetreuung zu nennen:

- die pädagogische Gestaltung der Mittagsverpflegung

- die Hausaufgabenbetreuung

- das Schauspiel/Schulspiel

- die Ausgestaltung des Areals Albris durch die Kinder und Jugendlichen („die Schule baut sich selbst").

8. Die Heilpädagogische Tagesstätte

Die Heilpädagogische Tagesstätte ist ein Glied der Freien Schule Albris und arbeitet primär mit den seelenpflegebedürftigen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen dieser Schule (gewöhnlich werden sie als seelisch-geistig behinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene bezeichnet). Die Grundlage für die Arbeit in der Heilpädagogischen Tagesstätte ist die anthroposophische Menschenkunde und die sich daraus ergebende Erziehungskunst Rudolf Steiners.

Die Arbeit in der Heilpädagogische Tagesstätte ist Teil eines rhythmisch gestalteten Tagesablaufes für die seelenpflegebedürftigen Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen. So wird die Arbeit in der Tagesstätte an das anknüpfen, was die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen in ihrem Schulvormittag erlebt haben. Das bedeutet, dass bestimmte Elemente zur persönlichen und sozialen Entwickelung aus dem Vormittag - je nach den individuellen Bedürfnissen - noch einmal aufgegriffen werden, jedoch auf mehr künstlerisch-spielerische Art und Weise. Dadurch wird den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen die Möglichkeit gegeben, ihren Schulvormittag in einer ihnen gemäßen Art und Weise zu „verdauen".

Die Arbeit in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft ist ein weiterer wichtiger Faktor für die pädagogische Arbeit in der Heilpädagogischen Tagesstätte, denn in einer solchen Arbeit an und mit dem Erd-, Pflanzen- und Tierreich können die Kinder und Jugendlichen nicht nur gesund durch den Tag gehen, sondern auch unmittelbar den Jahreskreislauf erleben. Und das regelmäßige Gestalten der Jahreskreisfeste gibt den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen die Möglichkeit, sich besser im Leben zu orientieren.

Außerdem stellt sich die Heilpädagogische Tagesstätte in die Pflicht, in all ihren Wirkungsbereichen neue Formen pädagogischen Handelns zu entwickeln, wie sie die Erziehungskunst Rudolf Steiners anregt.

Damit ist sie die einzige anthroposophische Einrichtung dieser Art in näherer und fernerer Umgebung von Albris.

9. Zum Finanzwesen

Die Freie Schule Albris steht grundsätzlich allen Schülern offen, unabhängig von den wirtschaftlichen Verhältnissen der Eltern. Während der Staat den Besuch der staatlichen Schulen kostenfrei ermöglicht, ist die Freie Schule Albris gezwungen, von allen Eltern einen Beitrag zu den Schulkosten zu erheben. Der Richtsatz pro Elternhaus (nicht pro Kind) liegt derzeit bei 270,-- Euro pro Monat. Zusätzlich wird ein Materialgeld von 12,-- Euro pro Kind und pro Monat erhoben.

Der individuelle Elternbeitrag wird in einem Finanzgespräch zwischen Schule und Elternhaus gemeinsam festgelegt, in dem die Leistungsfähigkeit des jeweiligen Elternhauses und die Haushaltslage der Schule berücksichtigt werden.

Albris, 03.12.2020,

Für die Schulleitung, die Geschäftsleitung und den Vorstand

Roland Birk, Johannes Gruner, Georg Längin, Ulrich Baumgarten

Texte: Sigurd Böhm, Roland Birk, Fabian Schlichtig



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